REA (Reclaiming-Earth-Activists) Netzwerk

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"Ich, die ich die Schönheit der grünen Erde bin und die weiße Mondin unter den Sternen und die Mysterien der Wasser, ich rufe eure Seelen sich zu erheben und zu mir zu kommen. Denn ich bin die Seele der Natur, die dem Universum das Leben schenkt"

Aus dem "Aufruf der Göttin" in der Version von Starhawk.


Das REA-Netzwerk ist eine Gruppe von Menschen, die

Der Name REA (Reclaiming-Earth-Activists) entstand nach Diskussionen in verschiedenen deutschen und österreichischen Reclaiming-Gruppen. Seit dem Magical Activism und Direct Action Training mit Starhawk im Jahr 2002 sind wir ein europäisches Netzwerk, an dem sich Menschen aus verschiedenen Ländern beteiligen.

Wir mögen die Bezeichnung REA sehr, weil sie auch im Namen von RHEA enthalten ist, der alten vor-patriarchalen Göttin und Erdmutter von Kreta.

Und für die Erde, für die Schönheit, Vielfalt und Fruchtbarkeit ihrer wilden und ihrer kultivierten Natur, für gerechte, nachhaltige und kooperative Wege des Zusammenlebens und der Beziehungen zwischen Menschen, Tieren, Pflanzen,... erheben wir unsere Stimmen. Aus unserem tiefen Wissen heraus, dass wir zur Erde gehören, schöpfen wir die Energie, um für politische Veränderungen zu arbeiten. Wir wissen, dass es keine Kraft gibt die stärker ist, als unser Mut und unsere gewaltlose, körperliche und spirituelle Präsenz und Magie.

Unsere Ziele sind:

Wichtiges Medium für unser internationales Netzwerk sind die (englischsprachigen) Living River (LivRiv) und RWTO-Listen. Sie ist zu erreichen über www.reclaiming.org.

Darüber hinaus ist Starhawks website www.starhawk.org sehr zu empfehlen. Sie enthält brilliante Artikel zur Verbindung von spiritueller und politischer Arbeit bei Aktionen.

Die unabhängigen Medienzentren www.indymedia.org, die es mittlerweile in vielen Ländern auf der ganzen Welt gibt, sind eine unverzichtbare Informationsquelle für alle die ein Interesse an Nachrichten haben, die in den offiziellen Medien nicht gezeigt werden.



Nixen verteidigen das Recht auf Wasser!

Um es gleich vorweg zu nehmen: Die erste größere Aktion des REA-Netzwerkes war sehr(!) erfolgreich, besonders wenn man bedenkt, welch große Aufmerksamkeit wir - gerade mal ein Dutzend Wasserwesen unter 40 000 Menschen (!) - auf uns gezogen haben und wie viel positive Resonanz wir bekamen. Ohne übertreiben zu wollen: Wir waren wahrscheinlich die am meisten fotografierte und gefilmte Gruppe!

Letzte Vorbereitungen vor der Aktion

„Die Wassernixen und Nöcke erheben ihre Stimmen, weil sie davon überzeugt sind, dass Wasser wieder als Grundlage des Lebens respektiert werden muss.“ So beginnt der Text unseres Flugblattes, der die Aktion erklärt und über die drohende Gefahr durch das GATS für das Trinkwasser und vieles andere - wie Bildung oder Gesundheit - informiert. Mit unserem Auftritt als Nixen ist es uns ganz offensichtlich gelungen, einen sehr sperrigen politischen Inhalt, nämlich die Privatisierung der Daseinsvorsorge und deren Folgen - im wahrsten Sinne des Wortes ansprechend - zu vermitteln!

Nach der äußerst konstruktiven Vorbereitung per eMail trafen wir uns am Freitagabend zum ersten Mal „live“ - tatsächlich kannten sich einige bisher nur per Email - um noch die letzten „Feinheiten“ der Aktion abzustimmen, unsere Lieder zu proben und die Verlesung der Cochabamba-Erklärung mit verteilten Rollen zu üben.

Am Samstagfrüh kamen wir zu unserm wunderbaren Platz unter alten Weiden am Rheinufer. Wir verwandelten uns dort mit Hilfe von Theaterschminke und Glitzerspray vollends in Wasserwesen, nachdem sich jede/r bereits viel Mühe mit dem nixengemäßen Outfit gemacht hatte. Die Mühe hat sich gelohnt! Eine Libellenelfe, Nixen, Nymphen, Delfinfrauen, Karstquellennixen und -Nöck - jede/r auf ihre/seine Art in strahlender Schönheit und „vom Glanz der Unterwasser-Anders-Welt umhüllt“. Wir schlossen unseren Kreis und verbanden uns mit dem Wasser des Rheins. In die Mitte riefen wir die Loreley und baten sie um ihre Unterstützung. Der alten Sage nach hinderte sie durch ihren Gesang den Teufel, der den Rhein mit riesigen Felsen blockieren wollte, an seinem Zerstörungswerk und vertrieb ihn.

Nixen demonstrieren für Wasserrechte

So miteinander verbunden und gestärkt fuhren wir mit der Straßenbahn in die Kölner Innenstadt. Schon an der Haltestelle erlebten wir, wie kommunikativ unser Aussehen war: Passanten sprachen uns an und fragten, wer wir seien. Dabei bot sich gleich die erste Gelegenheit, unser Anliegen zu erklären oder den Fragenden zumindest ein Flugblatt in die Hand zu drücken.

Wir flossen mit dem „Living-River-Tuch“, das Annwyn, eine amerikanische Reclaiming-Frau für unser REA-Netzwerk gemacht hat, durch die Kölner Straßen zu den verschiedenen Aktionen von Attac und der Gewerkschaftsjugend. Leider war es dort für die Verlesung der Cochabamba-Erklärung zu laut. Die Stärke der Lautsprecher war auch ein Grund, auf den geplanten Spiraltanz vor dem Dom verzichten und unsere vergleichsweise „zarten Stimmen und Musikinstrumente“ für spätere Auftritte zu schonen.

Dafür flossen wir durch die Menge, verteilten Flugblätter und die am Vorabend ausgeschnittenen silbernen Delfine an Kinder. Auf Kinder hatten wir „Feengestalten“ eine ganz besondere Anziehungskraft und einmal drängten sie sich geradezu um Froschar mit ihrer wunderschönen, selbstgemachten Delfinmaske, um einen silbernen Delfin zu erhalten. Ihre Eltern bekamen natürlich ein Flugblatt und bei solchen Gelegenheiten ergab sich das eine oder andere kurze Gespräch.

Der Fluss fließt!

So bewegten wir uns durch die Stadt, singend oder laut die Texte unserer Transparente rufend: „Lorelei und Nixen singen: lasst euch nicht ums Wasser bringen! - Weg mit dem GATS! (Uh!)“. Dabei behinderten wir fröhlich für kurze Zeit den Verkehr, bis wir am Rudolfplatz bei der Attac-Aktion ankamen. Dort sangen wir in einer Pause zwischen Reden und Musik unser Wassernixen-  Kampflied „Das Wasser fließe frei“, das Erdina auf die Melodie von: „Die Gedanken sind frei“ gedichtet hat:

Das Wasser fließe frei,
keiner darf es besitzen,
denn heilig muss uns sein,
worauf keiner kann verzichten.

Die Erde, die Luft
und das Feuer, das Wildtier,
Gesundheit und Bildung,
braucht Schutz vor Profitgier -
drum, Nixen, strömt herbei,
reißt das GATS (gesungen: Ga-ha-hats) entzwei!

Währenddessen hielten wir unsere blau-grün-silbernen Nixen-Gesichter und die schönen, leuchtenden Transparente in die Kameras. In etwas Abstand zur lauten Musik tanzten wir einen Spiraltanz, in den sich ein paar Leute einbeziehen ließen. Der Gesichtsausdruck unserer Gäste schwankte zwischen Überraschung, fröhlichem Lächeln und leichter Verlegenheit. Wir zogen die Aufmerksamkeit von vielen Menschen auf uns, drei Nixen verteilten Flugblätter und Delfine an die ZuschauerInnen. Erneut sangen wir unser Lied vor laufender Kamera und bekamen Szenenapplaus dafür.

Eine Pause zur Stärkung verbrachten wir gemeinsam in einem Straßenrestaurant und auch hier wurden wir angelacht, ständig fotografiert und beantworteten die inzwischen gewohnten Fragen:

„Wer seid ihr? Woher kommt ihr? Was wollt ihr?“ oder: „Seid ihr die Nixen?“ - unsere Aktion hatte sich mittlerweile herumgesprochen. „Toll! Viel Erfolg! Ihr seid klasse!“ hörten wir von vielen Seiten.

Nach der Pause reihten wir uns in den Demozug ein, der schon eine ganze Weile an unserem Tisch vorbeigezogen war. Auch während des langen Weges zur Kundgebung wurden wir immer wieder von Teilnehmenden und ZuschauerInnen angesprochen und befragt.

Nixen vor dem Kölner Dom

Unser bunter, in vielerlei Hinsicht sinnlicher Auftritt als Nixen und die sinnhafte inhaltliche Verknüpfung mit dem Problem der Privatisierung des Wassers durch den Titel „Nixen verteidigen das Recht auf Wasser“, transportierte unser Anliegen auf eine offensichtlich sehr positive Weise, was die Menschen offen für ein Gespräch und das Thema machte. Die sehr starke Resonanz zeigt, dass es ein Bedürfnis nach anderen Formen der politischen Aktion gibt - und dass die „ganz andere Energie“ unseres winzigen Grüppchens an diesem Aktionstag Spuren hinterlassen hat.

Selbst auf dem Rückweg in der Straßenbahn, weit weg von der Kundgebung, wurden wir noch angesprochen: „Gehört ihr zu den Nixen? Ihr wart die Besten, das muss man einfach sagen!“

Es war einfach überwältigend!

Auch wenn wir am Ende ziemlich müde waren: Die Bestärkung und Kraft, die so eine positive Aktion mit sich bringt, trägt sicher eine ganze Weile...  Wir haben jedenfalls Lust auf mehr bekommen und freuen uns, wenn dieser Erfahrungsbericht einigen von euch ebenfalls Lust macht, bei weiteren Aktionen dabei zu sein!

Für die Rheinnixen in Köln

Inge und Moira vom REA-Netzwerk

Weitere Bilder der Aktion

Die Göttin Rhea

(Englisches Original bei www.goddessmyths.com)

Im alten Kreta wurde Rhea in leidenschaftlichen Prozessionen als die Göttin gefeiert, die alles erschafft. Es wurde gesagt, sie sei so alt, dass sie die Wälder von Arkadien vor der Erschaffung des Mondes bewohnte.

In der späteren patriarchalen Mythologie galt sie als Tochter der Erdgöttin Gaia und Mutter der olympischen Göttinnen und Götter.

Im Orphischen Mythos saß sie vor der Höhle der schwarzgeflügelten Nacht und spielte ihre Trommel um jede/en daran zu erinnern, auf die Orakel der Göttin zu hören.

Informationen und Anmeldung

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